Klafki: Was ist Bildung heute?

Klafkis kritisch-konstruktive Didaktik

Schritt 1

Wo stehst du gerade?

Schätz ehrlich ein, wie gut du das schon kannst. Daraus entsteht dein persönlicher Lernplan.

  1. Selbstcheck

    Ich kann materiale und formale Bildung definieren und je ein Beispiel nennen.

    Tipp auf die Sterne

    Kompetenz 1 von 6

  • Ich kann materiale und formale Bildung definieren und je ein Beispiel nennen.
  • Ich kann die drei Bedeutungen von Allgemeinbildung und mindestens drei Schlüsselprobleme nennen.
  • Ich kann erklären, was Klafki mit kategorialer Bildung als doppelseitiger Erschließung meint.
  • Ich kann Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit erläutern, voneinander abgrenzen und ihr Zusammenspiel erklären.
  • Ich kann eine Unterrichtssituation daraufhin analysieren, ob sie kategoriale Bildung und die drei Grundfähigkeiten fördert.
  • Ich kann Klafkis Bildungsverständnis kriteriengeleitet beurteilen, etwa im Vergleich zu reiner Kompetenzorientierung.

Mein Lernplan

Bewerte dich links, dann schreib ich dir hier auf, womit du anfangen solltest.

    Schritt 2

    Die Theorie erklärt

    Die Frage nach Bildung ist nicht neu, und oft ist die Antwort darauf mehr als nur viel zu wissen. Was ist Bildung also? Bist du gebildet, wenn du viel weißt?

    Der Erziehungswissenschaftler Wolfgang Klafki (1927–2016) hat darauf eine Antwort gegeben, die bis heute in fast jedem Pädagogik-Lehrbuch steht. Wichtig für dich, wenn du im Leistungskurs bist: Im Abitur 2027 ist Klafki nur im LK fokussiert, und zwar genau mit der Frage, wie Bildung Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit ausbildet. Diesen Teil solltest du also richtig sicher können.

    Was unterscheidet materiale von formaler Bildung?

    Materiale Bildung konzentriert sich auf den Erwerb kanonisierter Inhalte, also auf Wissenserwerb. Klafki nennt das die objektive Seite der Bildung: Es geht um die Sache, zum Beispiel um wichtige Werke, Daten und Fakten. Formale Bildung stellt dagegen die Entwicklung von Fähigkeiten und Kompetenzen in den Vordergrund, etwa logisches Denken, Methoden oder Arbeitstechniken. Das ist die subjektive Seite: Es geht um die Kräfte des Menschen, der Inhalt ist fast Nebensache. Ein rein material gebildeter Mensch weiß vielleicht viel, aber nicht, wie er dieses Wissen im Alltag anwendet. Wer dagegen nur formal gebildet ist, besitzt zwar bestimmte Fähigkeiten, hat aber vielleicht nicht das nötige Hintergrundwissen, um sie im Kontext zu verstehen.

    Stell dir vor, du lernst für eine Pädagogikklausur alle Stufen von Kohlberg auswendig (material), kannst aber kein Dilemma damit analysieren. Oder du beherrschst die perfekte Gliederung für eine Erörterung (formal), hast aber keine Ahnung, worüber du eigentlich schreibst. Beides ist einseitig.

    Wie können wir das Beste aus beiden Bildungsansätzen kombinieren?

    Wolfgang Klafki hat eine Antwort: die „kategoriale Bildung“. Seine Idee: Eine gebildete Person sollte sowohl Kenntnisse als auch Fähigkeiten besitzen. Wir sollten also das Hintergrundwissen (materiale Bildung) und die Fähigkeiten (formale Bildung) dialektisch verbinden, sodass beide miteinander im Gespräch stehen. So kannst du Informationen nicht nur wissen, sondern sie auch kritisch hinterfragen, in einen Kontext setzen und im Alltag praktisch anwenden.

    Klafki spricht dabei von einer doppelseitigen Erschließung: Die Wirklichkeit erschließt sich dem Menschen, und zugleich wird der Mensch für die Wirklichkeit erschlossen. Das klappt am besten an exemplarischen Inhalten. Du musst nicht alles lernen, sondern an einem gut gewählten Beispiel etwas Grundsätzliches verstehen, also eine „Kategorie“ gewinnen, mit der du später Neues einordnen kannst. Wer zum Beispiel am Streit um einen Windpark in seiner Stadt verstanden hat, wie Interessenkonflikte in einer Demokratie ausgehandelt werden, kann das auf viele andere Konflikte übertragen.

    Warum heißt Klafkis Didaktik „kritisch-konstruktiv“?

    Die kategoriale Bildung stammt aus Klafkis früher Phase (um 1960). Später hat er seine Theorie weiterentwickelt, beeinflusst von der Kritischen Theorie, und sie kritisch-konstruktive Didaktik genannt. „Kritisch“ heißt: Bildung soll Menschen mündig machen (Emanzipation) und dazu befähigen, gesellschaftliche Verhältnisse, Macht und Ungleichheit zu hinterfragen. „Konstruktiv“ heißt: Klafki will nicht nur kritisieren, sondern konkrete Vorschläge machen, wie Schule und Unterricht besser werden können. Aus diesem Anspruch ergeben sich die drei Fähigkeiten, um die es im Abitur geht.

    Welche Fähigkeiten machen einen gebildeten Menschen aus?

    Nach Klafki soll Bildung drei Grundfähigkeiten ausbilden:

    1. Fähigkeit zur Selbstbestimmung: Damit ist die Fähigkeit gemeint, über die eigenen Lebensbeziehungen und Sinnfragen selbst zu entscheiden, also zum Beispiel über Freundschaften und Beziehungen, den Beruf, eigene Werte oder den Glauben. Das heißt nicht, dass dich niemand beeinflussen darf. Es heißt, dass du Einflüsse prüfst und am Ende selbst begründet entscheidest. Beispiel: Du wählst dein Studium, weil es zu dir passt, und nicht, weil deine Eltern oder deine Freunde es erwarten.
    2. Mitbestimmungsfähigkeit: Das bedeutet, die gemeinsamen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse mitzugestalten und dafür auch Verantwortung zu übernehmen, sei es in der SV, in Vereinen, in der Politik oder in Kampagnen. Jeder hat den Anspruch, mitzureden, aber auch die Aufgabe, sich zu beteiligen.
    3. Solidaritätsfähigkeit: Ein gebildeter Mensch denkt nicht nur an sein eigenes Wohl. Bei Klafki ist der Anspruch auf Selbst- und Mitbestimmung nur dann berechtigt, wenn man sich auch für diejenigen einsetzt, denen diese Möglichkeiten vorenthalten oder erschwert werden, etwa wegen Armut, Behinderung, Herkunft oder Diskriminierung. Solidarität ist also mehr als nett zu Freunden zu sein. Sie reicht über den eigenen Kreis hinaus.

    Das Entscheidende für die Klausur: Die drei Fähigkeiten gehören zusammen und begrenzen sich gegenseitig. Selbstbestimmung ohne Solidarität würde schnell zu Egoismus („Hauptsache, ich komme durch“). Mitbestimmung ohne Selbstbestimmung wäre bloßes Mitlaufen. Und Solidarität ohne Mitbestimmung bliebe ohnmächtig. Erst im Zusammenspiel entsteht, was Klafki unter Bildung versteht. Hier liegt auch der Bezug zur Identität: Bildung hilft dir, eine eigene, selbstbestimmte Persönlichkeit zu werden, die sich zugleich als Teil einer Gemeinschaft versteht.

    Was heißt Allgemeinbildung bei Klafki?

    Allgemeinbildung bedeutet für Klafki nicht, möglichst viel aus allen Fächern zu wissen. Er meint damit dreierlei:

    – Bildung für alle: Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Geldbeutel.

    – Bildung im Medium des Allgemeinen: Alle sollen sich mit den Fragen auseinandersetzen, die uns alle gemeinsam angehen.

    – Bildung in allen Grunddimensionen des Menschen: nicht nur Kopf, sondern auch Gefühl, Hand, Körper, Kreativität und soziales Miteinander.

    Was sind epochaltypische Schlüsselprobleme?

    Was „uns alle angeht“, beschreibt Klafki mit den epochaltypischen Schlüsselproblemen. Das sind große Probleme der Gegenwart und absehbaren Zukunft, zum Beispiel die Friedensfrage, die Umweltfrage, gesellschaftlich produzierte Ungleichheit, die Chancen und Gefahren neuer Technik und Medien sowie die Ich-Du-Beziehung (also Liebe, Freundschaft, Sexualität). Klafki selbst versteht diese Liste als offen. Heute würdest du vielleicht die Klimakrise, Künstliche Intelligenz oder Fake News in sozialen Netzwerken nennen.

    An solchen Schlüsselproblemen sollen Schüler:innen alle drei Fähigkeiten zugleich üben: sich selbst eine begründete Meinung bilden (Selbstbestimmung), mit anderen nach Lösungen suchen und sich einbringen (Mitbestimmung) und dabei die Menschen im Blick behalten, die am stärksten betroffen sind (Solidarität). Wenn du also in einer Klausur einen Unterrichtsvorschlag oder eine Schulsituation mit Klafki beurteilen sollst, prüf genau diese Punkte: Geht es um ein Schlüsselproblem? Wird exemplarisch gelernt? Und welche der drei Fähigkeiten werden wirklich gefördert – und welche kommen zu kurz?

    Begriffe verstehen

    Materiale Bildung
    Bildung wird als Aneignung von Inhalten verstanden, zum Beispiel eines festen Kanons an Wissen oder Werken (objektive Seite der Bildung).Beispiel: Eine Schülerin lernt alle Daten zur Französischen Revolution auswendig.
    Formale Bildung
    Bildung wird als Entwicklung von Kräften und Fähigkeiten verstanden, zum Beispiel logisches Denken oder Methoden (subjektive Seite der Bildung). Der Inhalt ist dabei fast egal.Beispiel: Latein wird vor allem gelernt, um „das Denken zu schulen“.
    Kategoriale Bildung
    Klafkis Verbindung von materialer und formaler Bildung. Bildung ist eine doppelseitige Erschließung: Die Wirklichkeit erschließt sich dem Menschen, und der Mensch wird für die Wirklichkeit erschlossen. An exemplarischen Inhalten gewinnt er allgemeine Einsichten (Kategorien), mit denen er Neues verstehen kann.Beispiel: Am Beispiel eines Streits um einen Windpark verstehen Schüler, wie Interessenkonflikte in der Demokratie gelöst werden – und können das auf andere Konflikte übertragen.
    Allgemeinbildung
    Bei Klafki dreifach gemeint – Bildung für alle, Bildung im Medium des Allgemeinen (gemeinsame Fragen einer Epoche) und Bildung in allen Dimensionen des Menschen (kognitiv, emotional, praktisch, sozial).
    Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Solidarität
    Die drei Grundfähigkeiten, die Bildung ausbilden soll. Selbstbestimmung heißt, über die eigenen Lebensbeziehungen und Sinnfragen (Beziehungen, Beruf, Werte, Glaube) begründet selbst zu entscheiden; Mitbestimmung, die gemeinsamen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse mitzugestalten und dafür Verantwortung zu übernehmen; Solidarität, sich für Menschen einzusetzen, denen Selbst- und Mitbestimmung vorenthalten oder erschwert wird. Die drei Fähigkeiten gehören zusammen und begrenzen sich gegenseitig.Beispiel: Eine SV-Sprecherin setzt sich im Schulgremium (Mitbestimmung) für Nachhilfe für benachteiligte Schüler ein (Solidarität).
    Epochaltypische Schlüsselprobleme
    Zentrale Probleme der Gegenwart und absehbaren Zukunft, die alle betreffen und im Unterricht Schwerpunkt sein sollen, etwa Frieden, Umwelt, gesellschaftlich produzierte Ungleichheit, neue Medien und Technik sowie die Ich-Du-Beziehung.Beispiel: Ein Projekt zu Fake News in sozialen Netzwerken greift das Schlüsselproblem der neuen Medien auf.

    Ein Beispiel Schritt für Schritt: Das Klimaprojekt der 10b

    Herr Yilmaz behandelt den Klimawandel. Zuerst lässt er nur Fakten zu CO2-Werten auswendig lernen und abfragen. Die Klasse ist gelangweilt. Dann ändert er das Konzept: Die Schüler untersuchen den Energieverbrauch ihrer Schule, diskutieren Lösungen, stellen einen Antrag in der Schulkonferenz und planen mit einer Partnerschule im Ausland, wie man Familien mit wenig Geld beim Energiesparen unterstützen kann.

    1. Die erste Phase entspricht einer einseitig materialen Bildung. Es geht nur um die Aneignung von Inhalten. Die Schüler lernen nicht, das Wissen auf ihre Lebenswelt zu übertragen oder kritisch zu nutzen.
    2. Die zweite Phase ist kategoriale Bildung. Am exemplarischen Fall der eigenen Schule gewinnen die Schüler Wissen und zugleich Fähigkeiten (Analysieren, Argumentieren), die sie auf andere Umweltfragen übertragen können. Welt und Mensch erschließen sich gegenseitig.
    3. Das Thema ist ein epochaltypisches Schlüsselproblem (Umweltfrage). Der Klimawandel betrifft alle Menschen, ist gegenwarts- und zukunftsbedeutsam und verlangt gemeinsame Lösungen.
    4. Das Projekt fördert alle drei Grundfähigkeiten. Eigene Positionen bilden (Selbstbestimmung), Antrag in der Schulkonferenz (Mitbestimmung), Unterstützung ärmerer Familien (Solidarität).

    Grenzen der Theorie

    • Klafkis Ziele sind stark normativ. Wie genau Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarität gefördert und überprüft werden, bleibt im Schulalltag oft offen.
    • Die Auswahl der Schlüsselprobleme ist zeitgebunden und wertgeladen. Wer entscheidet, was ein Schlüsselproblem ist, und wie bleibt Unterricht dabei neutral?
    • Das Konzept steht in Spannung zu den realen Funktionen von Schule wie Selektion und zur heutigen Kompetenz- und Outputorientierung mit Vergleichstests.

    Schritt 3

    Video: Tobi erklärt Klafki

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    Schritt 4 · Anwendung und Training

    Teste dich!

    8 kurze Fragen. Tipp auf eine Antwort, dann siehst du sofort, ob sie stimmt.

    1. Frage 1 von 8: Was kennzeichnet materiale Bildung?

      Materiale Bildung stellt die Inhalte (das Objekt) in den Mittelpunkt. Das Training von Fähigkeiten ist formale Bildung, die gegenseitige Erschließung ist kategoriale Bildung.

      Lösung anzeigen

      Richtig: Die Aneignung von Inhalten und Wissensbeständen. Materiale Bildung stellt die Inhalte (das Objekt) in den Mittelpunkt. Das Training von Fähigkeiten ist formale Bildung, die gegenseitige Erschließung ist kategoriale Bildung.

    2. Frage 2 von 8: Was meint Klafki mit „doppelseitiger Erschließung“?

      So beschreibt Klafki die kategoriale Bildung. Inhalte und Fähigkeiten werden nicht nacheinander, sondern gleichzeitig und aufeinander bezogen erworben.

      Lösung anzeigen

      Richtig: Die Wirklichkeit erschließt sich dem Menschen, und der Mensch erschließt sich für die Wirklichkeit.. So beschreibt Klafki die kategoriale Bildung. Inhalte und Fähigkeiten werden nicht nacheinander, sondern gleichzeitig und aufeinander bezogen erworben.

    3. Frage 3 von 8: Welche drei Grundfähigkeiten soll Bildung nach Klafki ausbilden?

      Bildung soll Menschen befähigen, ihr Leben selbst zu gestalten, die Gesellschaft mitzugestalten und sich für Benachteiligte einzusetzen.

      Lösung anzeigen

      Richtig: Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Solidarität. Bildung soll Menschen befähigen, ihr Leben selbst zu gestalten, die Gesellschaft mitzugestalten und sich für Benachteiligte einzusetzen.

    4. Frage 4 von 8: Ein Schüler setzt sich dafür ein, dass geflüchtete Mitschüler ebenfalls in der SV mitreden dürfen. Welche Fähigkeit zeigt er vor allem?

      Er beteiligt sich zwar selbst an der SV, im Kern setzt er sich aber für andere ein. Solidarität heißt bei Klafki, sich für diejenigen einzusetzen, denen Selbst- und Mitbestimmung verwehrt oder erschwert wird.

      Lösung anzeigen

      Richtig: Solidaritätsfähigkeit. Er beteiligt sich zwar selbst an der SV, im Kern setzt er sich aber für andere ein. Solidarität heißt bei Klafki, sich für diejenigen einzusetzen, denen Selbst- und Mitbestimmung verwehrt oder erschwert wird.

    5. Frage 5 von 8: Welches Thema ist KEIN epochaltypisches Schlüsselproblem im Sinne Klafkis?

      Schlüsselprobleme sind große, gesellschaftlich bedeutsame Fragen der Epoche, die alle betreffen. Kommaregeln sind wichtiger Lernstoff, aber kein Schlüsselproblem.

      Lösung anzeigen

      Richtig: Die Rechtschreibregeln der Kommasetzung. Schlüsselprobleme sind große, gesellschaftlich bedeutsame Fragen der Epoche, die alle betreffen. Kommaregeln sind wichtiger Lernstoff, aber kein Schlüsselproblem.

    6. Frage 6 von 8: Warum gehören die drei Grundfähigkeiten für Klafki zusammen?

      Klafki versteht Bildung als Zusammenhang der drei Fähigkeiten. Der Anspruch auf Selbst- und Mitbestimmung ist nur berechtigt, wenn er mit dem Einsatz für Benachteiligte verbunden ist.

      Lösung anzeigen

      Richtig: Weil Selbstbestimmung ohne Solidarität in Egoismus umschlagen kann; erst zusammen ergeben sie Bildung.. Klafki versteht Bildung als Zusammenhang der drei Fähigkeiten. Der Anspruch auf Selbst- und Mitbestimmung ist nur berechtigt, wenn er mit dem Einsatz für Benachteiligte verbunden ist.

    7. Frage 7 von 8: Warum heißt Klafkis Didaktik „kritisch-konstruktiv“?

      „Kritisch“ meint das Ziel der Emanzipation und das Aufdecken von Ungleichheit und Machtverhältnissen, „konstruktiv“ den Anspruch, praktische Gestaltungsvorschläge zu machen.

      Lösung anzeigen

      Richtig: Sie hinterfragt gesellschaftliche Verhältnisse kritisch und will Schule und Unterricht konkret verbessern.. „Kritisch“ meint das Ziel der Emanzipation und das Aufdecken von Ungleichheit und Machtverhältnissen, „konstruktiv“ den Anspruch, praktische Gestaltungsvorschläge zu machen.

    8. Frage 8 von 8: Welcher Kritikpunkt wird Klafki häufig entgegengehalten?

      Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarität sind Leitideen, keine messbaren Standards. Das macht ihre Umsetzung und Überprüfung im Schulalltag schwierig.

      Lösung anzeigen

      Richtig: Seine Ziele sind sehr normativ und im Schulalltag schwer überprüfbar.. Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarität sind Leitideen, keine messbaren Standards. Das macht ihre Umsetzung und Überprüfung im Schulalltag schwierig.

    9. 0/8

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    Schritt 5

    Impulsfragen zum Prüfungs-Training

    1. AFB IIErläutere

      Erläutere den Unterschied zwischen materialer, formaler und kategorialer Bildung an einem Beispiel aus dem Pädagogikunterricht.

      Zeige mögliche Lösungsansätze
      1. Definiere materiale Bildung (Inhalte, objektive Seite) und formale Bildung (Fähigkeiten, subjektive Seite).
      2. Zeige die Schwäche beider Einseitigkeiten, zum Beispiel totes Wissen bzw. inhaltsleere Methoden.
      3. Erkläre kategoriale Bildung als doppelseitige Erschließung am exemplarischen Inhalt.
      4. Beispiel etwa: Piagets Stadien nicht nur auswendig lernen, sondern daran verstehen, wie man Kinder beobachtet und Unterricht plant.
    2. AFB IIAnalysiere

      Material

      An einem Gymnasium wird die Handynutzung neu geregelt. Die Schulleitung entscheidet allein und stellt die Regel per Rundmail vor. Im Informatikunterricht lernen die Schüler anschließend, wie Algorithmen in sozialen Netzwerken funktionieren, und schreiben dazu einen Test.

      Analysiere das Material auf der Grundlage von Klafkis Bildungsbegriff und arbeite heraus, welche Grundfähigkeiten gefördert werden und welche zu kurz kommen.

      Zeige mögliche Lösungsansätze
      1. Ordne das Thema dem Schlüsselproblem neue Medien bzw. Informations- und Kommunikationstechnik zu.
      2. Der Informatikunterricht fördert Wissen und ansatzweise Urteilsfähigkeit als Grundlage für Selbstbestimmung.
      3. Mitbestimmung fehlt, weil die Schüler an der Regel nicht beteiligt werden.
      4. Solidarität wird nicht angesprochen, etwa Schutz von Mitschülern vor Cybermobbing.
      5. Mache einen Vorschlag, wie man die Situation im Sinne Klafkis gestalten könnte (z. B. gemeinsame Regelentwicklung).
    3. AFB IIVergleiche

      Vergleiche Klafkis Bildungsverständnis mit den Funktionen von Schule nach Fend.

      Zeige mögliche Lösungsansätze
      1. Klafki formuliert ein normatives Bildungsziel für das Individuum, Fend beschreibt, was Schule für Gesellschaft und Individuum tatsächlich leistet.
      2. Berührungspunkte, etwa Enkulturation (kulturelle Teilhabe) und Klafkis Bildung für alle, Integration/Legitimation und Mitbestimmungsfähigkeit.
      3. Spannungen, etwa Allokation/Selektion und Klafkis Anspruch auf Bildung für alle sowie Solidarität.
      4. Kriterien für den Vergleich vorab nennen (Perspektive, Ziel, Rolle des Individuums).
    4. AFB IIIErörtere

      Erörtere die These: „Schule sollte vor allem Selbstbestimmung fördern – jeder ist für sich selbst verantwortlich.“ Beziehe Klafkis Bildungsverständnis ein.

      Zeige mögliche Lösungsansätze
      1. Selbstbestimmungsfähigkeit nach Klafki erläutern, etwa begründete Entscheidungen über Beruf, Beziehungen, Werte.
      2. Pro These: Mündigkeit und Eigenverantwortung sind Grundlage jeder Bildung; Schule soll nicht bevormunden.
      3. Contra: Bei Klafki ist Selbstbestimmung nur mit Mitbestimmung und Solidarität berechtigt; allein führt sie zu Egoismus und blendet ungleiche Startchancen aus.
      4. Schulische Beispiele für alle drei Fähigkeiten nennen, zum Beispiel SV, Klassenrat, Patenschaften, Projekte zu Schlüsselproblemen.
      5. Begründetes Fazit, etwa Selbstbestimmung als Ziel, aber nur im Zusammenspiel mit Mitbestimmung und Solidarität.
    5. AFB IIIBeurteile

      Beurteile, ob Klafkis Konzept der Allgemeinbildung heute noch eine geeignete Leitidee für Schule ist.

      Zeige mögliche Lösungsansätze
      1. Pro: Schlüsselprobleme wie Klima, Krieg, Ungleichheit, Digitalisierung sind aktueller denn je; Demokratiebildung braucht Mit- und Selbstbestimmung.
      2. Contra: sehr normativ, schwer messbar, Spannung zu Leistungsvergleichen, Zentralprüfungen und Selektion.
      3. Contra: hoher Anspruch an Lehrkräfte und Zeit, Gefahr der Überforderung im Schulalltag.
      4. Begründetes eigenes Urteil, zum Beispiel als Leitidee und Korrektiv sinnvoll, aber auf Umsetzung angewiesen.

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